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Linux als Desktop-System Inhalt abgleichen

Auf http://ubuntu.blog.de/2008/11/13/voll-verhauen-5027660 wurde ich auf den wutschäumenden Artikel http://lukuhlus.blog.de/2008/11/13/ubuntu-8-10-ach-leckts-arsch-5026947 aufmerksam.

Da hat es jemand nicht geschafft, unter Linux seine Dual-Screen-NVidia-Karte in Gang zu bringen. Jetzt kotzt er rum. Über Linux als Desktop-System an sich. Mein Gott, er wird es ein paar Distributionen später schon noch mal versuchen.

Aber gerade die einfache Konfigurationshilfe mit grafischen Hilfs-Tools, die der Autor hier vermisst, will ich eigentlich nicht. Ich kann zwar nicht mitentwickeln. Aber ich kann Linux und Opensource nutzen und mir was wünschen. Und ich wünsche mir, dass die, die entwickeln können, sich noch mehr auf die eigentlichen Programme konzentrieren. Einiges kann ja doch noch besser werden.

Die ganze Konfig-Hilfe kann ich nicht gebrauchen. Wer Linux nutzen will, der kriegt schon raus, wie es geht. Und eine Konfiguration, die einmal mit klassischen Konsolen-Tools oder im Texeditor erstellt wurde, läuft zumindest unter Debian dann extrem zuverlässig. Zumindest bei mir.

Mein Aufruf also an alle Linux-Entwickler: Es wird doch ein ewiges Hinterherrennen sein, zu versuchen, ein Linux zu erstellen, dass sich in jeder denkbaren Variante nach jedem denkbaren User-Wunsch wie von selbst durch drei Klicks konfiguriert. Bitte konzentriert Euch mehr auf verständliche Dokumentation, standardisierte Konfiguration und die Verbesserung der Software.

Danke.

Ich find es gut das man sich

Ich find es gut das man sich bei Linux jetzt vermehrt auf den Desktop konzentriert. Für die Profis gibt es eh, Debian, Slackware oder Gentoo.

Guter Ansatz

Interessant, welche Wellen mein Wutausbruch geschlagen hat... Und inzwischen läuft es ja auch (-> klick).

Diesem Aufruf kann ich aber voll zustimmen: verständliche Dokumentation und standardisierte Konfiguration. Wenn bei jedem Programm wirklich sauber stehen würde, was Sache ist und was man wo machen kann bzw. muss, dann gäbe es auch nicht diesen ganzen Wildwuchs an Tutorials, HowTos, Forendiskussionen und dergleichen. Die meistens aber eben doch nur für ein bestimmtes System in genau der Konstellation mit diesen und jenen anderen Tools und so weiter funktioniert (ich erinnere mich da nur an die Qual, einmal meinen Root-Server komplett von Null auf selbst aufzusetzen - wie viele verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten von Mail-Servern gibt es eigentlich noch und warum kocht da jeder sein eigenes Süppchen, mag nicht mit diesem Popper oder nicht mit jenem Imapper und so weiter *grrrr*). Was man selber aber garantiert nicht hat und dann erst mal dumm aus der Wäsche guckt und sich noch eine Stunde lang totgoogelt, bis man vielleicht endlich den entscheidenden Hinweis für genau diese, eigene Konstellation findet.

Aber ehrlich gesagt - mich stört auch enorm dieses elitäre Getue der ganzen Linux-Profis. Es gibt wirklich viele, die einem mit sachlich fundierten und hilfreichen Kommentaren zur Seite stehen und einen echt voranbringen. Aber es gibt auch genauso viele, die sich einfach nur hämisch grinsend hinstellen und Einsteiger herablassend behandeln. Sowas wie "wer Linux nutzen will, der soll sich gefälligst einarbeiten anstatt rumzujammern oder zu schimpfen". Was ich prinzipiell ja auch so sehe, aber erstens sucht man sich wegen der vielen Distributionen und Kombinationsmöglichkeiten konkurrierender Programme und -kombinationen häufig echt zu Tode und zweitens ist einfach der Ton, in dem einem das hingerieben wird, eben so dermaßen von schräg oben herab, dass man sich echt wie der letzte Idiot vorkommt. Hilfreich, um Linux auch für breitere, noch nicht so technisch fundierte Schichten interessant zu machen, ist DAS echt nicht. Im Gegenteil. Otto-Normal-User fühlt sich durch so etwas erst recht abgeschreckt, nachdem er schon mit Windows so zu kämpfen hatte. Wie soll also der Redmond-Monopolist wirklich jemals vom Desktop verdrängt werden, wenn sich keiner rantraut, wenn er von denen, die sich damit auskennen, nur als dumm hingestellt wird? Hätte sich das Auto jemals so weit verbreitet, wenn die Fahrlehrer so agiert und jeden kleinen Fehler des Fahrschülers mit einem Lachanfall und Gepruste und "ach, Du wirst es ja sowieso nie lernen" kommentiert hätten?

Mein Aufruf also an alle Linux-Gurus: lasst doch dieses elitäre Getue bitte. Tragt mit hilfreichen Kommentaren bei oder denkt Euch Euren Teil. Aber macht Euch nicht lustig über Leute, die Probleme mit Linux haben und erst mal daran verzweifeln. Denn derartiges Fingerzeigen ist nur ein weiterer Stich in das sowieso schon gesunkene Selbstwertgefühl und treibt denjenigen emotional nur noch weiter von Linux weg anstatt zu Linux hin.

Sorry für die harten Worte, aber die Reaktionen auf meinen Eintrag haben mir einfach einmal mehr gezeigt, dass diese ganze Linux-Guru-Welt zu einem großen Teil einfach immer noch genauso überheblich auf ihren tollen Alabaster-Thrönen zu schweben scheint wie sie das schon vor 12 Jahren tat, als ich anfing, auf Server-Seite mit diesem Betriebssystem zu arbeiten. Und das kann doch einfach nicht sein, oder?

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