Traditions-Blog seit April 2000

Gerätedateien und /etc/fstab Inhalt abgleichen

Einleitung

Alle Datenträger - z.B. Festplatten, CD- und DVD-Laufwerke oder USB-sticks, werden über eine Gerätedatei angesprochen. Die Dateien liegen im Verzeichnis

/dev

Das erste IDE-Gerät - z.B. Festplatten und CD- oder DVD-Laufwerke - am primary master heißt darin hda, primary slave ist hdb, secondary master ist hdc und secondary slave ist hdd. Partitionen auf Festplatten werde als Zahl angehängt. Die erste Partition von hdb ist hdb1, die zweite hdb2, usw.

Das erste Diskettenlaufwerk heisst fd0.

USB-Geräte wie z.B. USB-Sticks oder Cardreader sowie SCSI- und SATA-Geräte haben den Namen sd. Dazu kommt ein Buchstabe in der Reihenfolge, in der das System die Geräte nach einem Systemstart bemerkt: sda, sdb, sdc usw. Auch hier können Partitionen vorliegen, das wird dann z.B. zu sda1.

Diese Gerätedateien sind keine Ordner, in denen der Inhalt des Datenträgers erscheint. Um den Datenträger zu lesen, müssen die Dateien mit einem leeren Ordner verbunden - gemountet - werden. Für jedes Gerät muss so ein Ordner angelegt werden. Mounten darf eigentlich nur root:

mount -t vfat /dev/sda /media/test
mount -t vfat /dev/sdb1 /media/test
  • Hinter -t steht das Dateisystem.
  • Dann kommt die Gerätedatei, je nachdem mit oder ohne Partitionsangabe.
  • Zuletzt das existierende und leere Verzeichnis, in das der Datenträger eingebunden werden soll.

Der Inhalt des Datenträgers erscheint in dem angegebenen Verzeichnis. Entfernt werden darf der Datenträger erst nach einem

umount /dev/Gerätedatei

ACHTUNG! Dieses Aushängen kann man bei z.B. CD-Laufwerken gar nicht vergessen, da sich das Laufwerk vorher eh nicht öffnet. Nicht vergessen aber darf man es bei Datenträgern wie Disketten oder USB-Sticks, die einfach wieder aus dem Laufwerk herausgenommen werden können. Neue Daten werden nicht sofort auf die Speichemedien geschrieben, sondern erst, wenn der Rechner Zeit dazu hat. Ein umount startet den Schreibvorgang und erst dann, wenn alle Daten gesichert sind, der Befehl also beendet wurde, kann man den Datenträger sicher entfernen.

fstab

Dem Normaluser hilft beim Mounten die Datei

/etc/fstab

In der Datei werden die Mountpunkte von Datenträgern eingetragen. Jede Zeile ist gleich aufgebaut, ihre Bestandteile sind durch Leerzeichen getrennt: Erst kommt die Gerätedatei, dann der Mountordner und das Dateisystem des Datenträgers. Es folgen Optionen, kommagetennt und ohne Leerzeichen. Als fünftes kommt immer eine 0. Zuletzt steht dort eine 1 für die Root-Partition (wird dann beim Systemstart als erstes auf Fehler überprüft), eine 2 für andere Festplattenpartitionen (werden danach beim Systemstart auf Fehler überprüft) und eine 0 für Wechseldatenträger.

typische Mount-Ordner:

in /mnt
Ein guter Ort für dauerhaft eingebundene Festplatten, z.B. /mnt/festplatte2
in /media
Ein guter Ort für Wechseldatenträger, z.B. /media/usb1

Dateisysteme:

ext3
typisches Linux-Dateisystem, mit dem Debian Festplatten formatiert
vfat
FAT-Dateisystem einer Windowsinstallation
Windows-kompatibles typisches Dateisystem für Wechseldatenträger
ntfs
NTFS-Dateisystem einer Windowsinstallation
iso9660
Dateisystem von CDs und DVDs

wichtige Optionen:

rw
Bedeutet read-write, der Datenträger darf gelesen und beschrieben werden.
ro
Bedeutet read-only, z.B. auf CDs/DVDs kann man ja nicht so einfach Daten schreiben. Auch CD/DVD-Brenner werden mit ro eingehängt!
user
Jeder User darf das Laufwerk mounten
noauto
Datenträger wird nicht schon beim Systemstart gemountet wird, sondern erst nach einem Mount-Kommando des Users. Besonders Wechseldatenträger können ja erst gemountet werden, wenn das Medium tatsächlich im Laufwerk liegt.
defaults
Einhängen beim Systemstart, rw-Zugriff, darf vom User nicht ausgehängt werden.

Beispiele für Einträge in /etc/fstab:

Einträge, die nicht verändert werden dürfen
proc            /proc           proc    defaults                   0       0
/dev/hda5       /               ext3    defaults,errors=remount-ro 0       1
/dev/hda6       none            swap    sw                         0       0
  • Es sind Systemdateien, das root-Verzeichnis und der Swap-Speicher.
Festplattenpartition beim Systemstart mounten
/dev/hda1       /mnt/windows       vfat    defaults        0       2
/dev/hda7       /mnt/linuxdaten    ext3    defaults        0       2
CD/DVD-Brenner und -Laufwerke
/dev/hdb        /media/cdrom0   iso9660 ro,user,noauto  0       0
/dev/hdc        /media/cdrom1   iso9660 ro,user,noauto  0       0
Diskettenlaufwerk
/dev/fd0        /media/floppy0  vfat    rw,user,noauto  0       0
USB-Stick oder USB-Player
/dev/sde1       /media/usb1     vfat    rw,user,noauto  0       0
/dev/sdf        /media/usb2     vfat    rw,user,noauto  0       0
  • je nach Modell mit oder ohne Partitions-Angabe
zwei Schächte eines Cardreaders
/dev/sdb1       /media/cr2      vfat    rw,user,noauto  0       0
/dev/sdd1       /media/cr4      vfat    rw,user,noauto  0       0
ZIP-Laufwerk
/dev/hdc4       /media/zip2     vfat    rw,user,noauto  0       0
  • gewöhnlich liegen die Daten auf der 4. Partition einer ZIP-Diskette

klassisches Mounten als User

Ein Gerät, das in fstab eingetragen ist, kann vom User im Terminal gemountet werden. Dazu muss man nur die entsprechende Gerätedatei kennen, z.B.

mount /dev/sde1

Der Inhalt des Datenträgers erscheint dann in dem in fstab vorgesehenen Verzeichnis. Entfernt werden darf der Datenträger erst nach einem

umount /dev/sde1

Zur Vereinfachung legt man unter KDE für jedes Gerät ein Symbole zum Mounten an:

Rechtsklick in ein beliebiges Verzeichnis > Neu erstellen > Verknüpfung zu Gerät > passendes Gerät auswählen
> Reiter Gerät > aus dem Menü Gerät den passenden Eintrag aus fstab auswählen > OK

Ein Klick auf das Symbol mountet nun das Gerät. Unmounten mit

Rechtsklick auf das Symbol > Laufwerk-Einbindung lösen

modernes Mounten als User

Paket:

hal

Das Paket soll dafür sorgen, dass neu angeschlossene Geräte sofort erkannt werden und ein Mountsymbol automatisch angeboten wird. Es funktioniert aber noch nicht immer.

Unter KDE findest Du die Mountsymbole in

system:/media
media:/

Die Symbole können auch auf dem Desktop angezeigt werden. Was dort angezeigt werden soll, wird eingestellt in

kcontrol > Arbeitsfläche > Verhalten
> Reiter Allgemein->Symbole auf der Arbeitsfläche anzeigen
> Reiter Gerätesymbole->Gerätesymbole anzeigen

Bei jedem neuen Gerät poppt unter KDE noch ein Dialogfenster auf. Die getätigten Einstellungen werden wieder geändert in

kcontrol > Angeschlossene Geräte > Speichermedien

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